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5 Jahre Donbass Konflikt

 

Es ist nun fast 5 Jahre her, das im Donbass für die Menschen tiefgreifende Veränderungen aufgetreten sind. Zeigen tut es sich sehr sichtbar für alle durch die Loslösung von der Ukraine.

Es ist nun fast 5 Jahre her, das im Donbass für die Menschen tiefgreifende Veränderungen aufgetreten sind. Zeigen tut es sich sehr sichtbar für alle durch die Loslösung von der Ukraine. Unter dem Präsidenten Janukowytsch (Im Februar 2010 wurde er Präsident der Ukraine, am 22. Februar 2014 erklärte ihn das ukrainische Parlament im Zuge der Unruhen in Kiew aufgrund seiner Flucht für abgesetzt) gab es keinerlei Bestrebungen sich von der Ukraine zu lösen. Ukrainer und Russen lebten gleichberechtigt nebeneinander. Das aber änderte sich unter dem Einfluss der EU an die Macht geschobenen neuen Präsidenten Poroschenko schlagartig. Russen wurden zu Menschen 2. Klasse abgestempelt. Als Notwehr gegen diese neue Politik der ukrainischen Regierung spaltete sich der Donbass mehr oder weniger geschickt ab. 

Nun frage ich mich aber ob die ukrainische Regierung in der Zeit nichts gelernt hat, oder ob sie alles gegen die Vernuft auf Weisung tut, um Konflikte zu verschärfen. Ein  ukrainischen Ministern hat vor kurzem gesagt: "Wir müssen Donbass gleichzeitig mit seiner Rückkehr neu starten - geistig, mit Ideen, und wirtschaftlich. Es ist möglich. In der Zukunft. Ich erinnere mich gut an die Projekte, bei denen ich auch geholfen habe, als Kinder aus dem ukrainischen Donbass zum ersten Mal in andere Regionen kamen und versuchten, Ukrainische Flagge abzureißen, und einen Monat später haben sie schon die ukrainische Nationalhymne gesungen. Wir müssen arbeiten. Wir reden viel über Gemeinsamkeit, aber nicht jeder ist bereit, etwas dafür zu tun". Aber Bitte !!!! fragt man uns Bewohner nicht ob wir das wollen ? Ob wir eine Rückkehr wünschen?

Ihm zufolge sollte Kiew die Bewohner vom Donbass zwingen eine neue Geschichte der Ukraine zu akzeptieren, in der die Helden des Ukraine aber  Nazi-Verbrecher sind.  Sowas aber wird nie passieren. In einem hat er allerdings doch Recht,der  Donbass ist definitiv anders geworden, und wird niemals derselbe sein wie vor der Loslösung von der Ukraine.

Selbst ukrainischer Führer Poroschenko hat ein Dekret über die Grenzen von Donbas unterzeichnet, das nicht von Kiew kontrolliert wird, als ob er versteht endlich, dass die Grenzen der Ukraine wirklich an der Grenze der Volksrepubliken enden. Unter anderem sind im Dokument folgende Großstädte erwähnt, wie Donetsk, Gorlowka, Debaltsewo, Dokuchaewsk,  Enakiewo, Schdanowka, Makeewka, Sneschnoe, Harzissk, Hristowka, Chistyakowo, Schakhtersk, Yasinowataja (in VRD) und  Lugansk, Alchewsk, Antracit, Bryanka, Golubowka, Dolschansk, Kadiewka, Perwomajsk, Rowenki, Sorokino, Hrustalnij (in VRL).

Russland hilft

Offiziell unterstützt Russland den Donbass, indem es Nahrungsmittel und notwendige Materialien mit humanitären Konvois liefert. Die informelle Unterstützung und Beteiligung am Wirtschaftsleben der VRD und der VRL gehen jedoch weit über humanitäre Einsätze hinaus. Die beide Republiken sind echt stark von wirtschaftlicher Unterstützung aus Russland abhängig. Offizielle Hauptwährung  ist hier der russische Rubel, und der Großteil der Waren, die in diesen Territorien verkauft werden, wird in Russland produziert (z.B.: 80% der Waren, die in der VRD verkauft wurden, sind aus Russland importiert).  Noch dazu sind VRD und VRL auf die Energie- und Ressourcenversorgung aus Russland angewiesen. Nachdem Naftogaz ( staatliche Energiekonzern aus der Ukraine)  die Ventile der Gasleitung zum Donbass geschlossen hatte, begann russische Gazprom im Februar 2015 VRD und VRL mit Gas besorgen.  (In der Zeit vom 1. Januar bis 21. April 2015 lieferte Gazprom 555 Millionen m3 Gas an  die Region Donbass).

Ukrainische Kriegsverbrechen

Sehr wichtig für uns im Donbass ist, das die Russische Föderation den beiden  Republiken bei der Verfolgung  von Kriegsverbrechen der ukrainischer Militärs half. Das Untersuchungskomitee der Russischen Föderation führte eine Untersuchung der Verbrechen des ukrainischen Militärs gegen die Bevölkerung der Volksrepublik Donetsk und Lugansk durch.

Die Grenze

Der nicht anerkannte Status der Republiken schränkt ihre Wachstumsfähigkeit ein, und außerdem ist es für die Bürger der Region schwierig, irgendwohin zu fahren. Ein- oder Ausreise in beide Republiken ist nur über Kontrollpunkte zur Ukraine  oder durch das Territorium der Russischen Föderation möglich .

Dabei bauen ukrainische Grenzsoldaten weiterhin absichtlich Hindernisse an Kontrollpunkten auf,und lassen Menschen nicht einreisen. Die Menschen sind dann dort schutzlos dem Schusswechsel ausgesetzt und werden getroffen , oder sterben vor Angst wegen dem Beschuss am Herzinfakt. ... z.B. am Kontrollpunkt „Stanitsa Luganskaya“ starb Anfang Februar 2019  ein 1951 geborener Mann. Das Überqueren der Grenze zwischen Republiken und der Ukraine ist ein echter Test, dem nicht jeder standhalten kann. Im Januar starben drei Rentner (1959., 1949. und 1939 geboren) an einem  Tag im KPVV Gorlovka-Mayorsk - alle an  Herzinfarkt. Die ukrainischen Militär feuerten auf einen Bus mit Zivilisten in der Grauzone am Kontrolpunkt Yelenovka,  ein Zivilist wurde getötet und ein anderer verletzt.

Die Wirtschaft

Industrieunternehmen der Volksrepublik Donezk können unter  der Blockade durch Kiew und dem  Militäreinsätze weniger als die Hälfte ihrer eigenen Kapazitäten nutzen.  Dies liegt an anhaltenden Kämpfen, einem Rückgang der Märkte und Problemen mit der Rohstoffversorgung. Dadurch natürlich eine hohe Arbeitslosigkeit, die nur etwas abgemeildert wird, weil viele Arbeiter aus Existenzsorgen gezwungen sind die Woche über in Russland zu arbeiten

Bei den Maschinnenbauunternehmen wurden etwa 50% Gebäude und Anlagen durch Beschuss der Streitkräfte der Ukraine beschädigt, in der chemischen und pharmazeutischen Industrie - etwa 10 bis 15%, in der metallurgischen Industrie - etwa 20 bis 25%. In der gesamten Republik wird etwa ein Drittel der Unternehmen durch Beschuss beschädigt. Einige Unternehmen sind immer noch in unmittelbarer Nähe der Front, weshalb es unmöglich ist, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Z.b. das Stirol-Unternehmen in Gorlovka (der vor dem Krieg 40% des Budgets der Region bildete) kann nur im Fall der vollständigen Waffenstillstand wieder arbeiten. Und die noch arbeitendene Unternehmen der VRD und VRL sind zu wenig, um einen ausreichenden Lebensstandard für die Bevölkerung in diesen Gebieten zu gewährleisten. 

All das funktioniert irgendwie, aber drei Millionen Menschen in einer so schwierigen Region, die die tiefste Wirtschaftskrise durchgemacht hat, können so natürlich  nicht vollständig überleben. Aus diesem Grund subventioniert zum Teil Russland mit Geld und Sachmitteln. 

Die Mindestrente in den Republiken Donbass beträgt heute 2.730 Rubel (ungefähr 37 euro). Lehrer bekommen in der VRD zwischen 3.800 und 6.000 Rubel (51-80 euro). Ärzte - von 4.000 bis 7.000 Rubel (53-94 euro). Krankenschwestern - von 3200 bis 4500 Rubel (43-60 euro). Fahrer von Straßenbahnen und O-bussen - von 7.700 bis 11.500 Rubel (104- 154 euro). Bergleute: Schachthauer- von 10.500 bis 17.500 Rubel (141-235 euro); in Verhieb ( Bergbau) - von 8000 bis 18000 Rubel (107 - 242 euro); Reparatur von Grubenbau - von 7.200 bis 17.000 Rubel (97-229 euro). Die Daten stammen aus der Liste der offenen Stellen des Republikanischen Beschäftigungszentrum der VRD.

Und jetzt die Preisen für Waren und Dienstleistungen in der VRD, um die Situation zu verstehen. Brot in Donezk kostet von 13 bis 20 Rubel (0,18 - 0,27 euro), Milch - 35 bis 50-60 Rubel / Liter (0,47 -0,81 euro), Kartoffeln - 16-18 Rubel / kg (0,22-0,24 euro), gekühltes Hühnchen - 102 Rubel / kg (1,37 euro), Verkehr in der Stadt: Elektrotransport - 3 Rubel, und mit dem Bus  - von 8 - bis 15 Rubel. (0,11-0,20 euro), Liter Benzin AI-98 - 47 Rubel (0,63 euro), Liter Propan - rund 22-23 Rubel / Liter (0,31 euro).  Die Preise sind hoch - auch in Bezug auf Russland, wo die Gehälter sind dreimal oder sogar viermal höher.

Schon seit mehr als fünf Jahren haben die Einwohner der Volksrepubliken keine richtige Postdienst. Seit dem 27. November 2014 haben Tausende von Menschen die Möglichkeit verloren, Briefe und Pakete mit Verwandten außerhalb der Republiken zu schicken. Seit 2014 existierte zwar "Donbass Post" - mehrere neue Büros wurden eröffnet, die  offizielle Website ist geöffnet und mehrere eigene Briefmarken werden gedruckt. Leider ist das aber nur ein nationaler Service- International können keine Briefe oder Pakete versendet werden. Das bedeutet aber auch das in den beiden Staaten des Donbass auch nichts ankommt von ausserhalb . Ende 2015 erschien noch  ein lokale arbeitender Postdienst . Im Moment gibt es 18 Filialen von so genannte "Unsere Post": 8 - auf dem Territorium der VRD, 3 - in der VRL, 6 - auf der Krim und 1 in Rostow am Don (Russische Föderation).

Dazu gibt es nur einen Mobilfunkbetreiber - "Phoenix". Und die  Arbeit wird durch die große Anzahl von Anrufen - Nutzern  behindert weil es halt im Donbass nur ein eigenes Netz gibt. Aufgrund der hohen Belastung des Mobilfunknetzes ist es von Anfang an schwierig, mit  Phoenix zu telefonieren.

Öffentliche Verkehrsmittel in den Republiken sind zwar zwar billig, aber die Fahrzeuge sind häufig in einem schlechten Zustand, ebenso wie die Straßen. In VRL wurde vor kurzem ein Fünfjahresplan für die Rehabilitation und Entwicklung bis 2023 verabschiedet. Der Plan sieht insbesondere eine gründliche Modernisierung und Instandsetzung von Hauptstraßen und Brücken sowie die Wiederherstellung der Eisenbahnverbindungen mit Russland vor.

Jeden Tag (mit wenigen Ausnahmen im Laufe des Jahres) von 23.00 bis 5 Uhr ist die Ausgangssperre in Kraft.

In der Frontlinie setzt sich fortwährendes Beschuss fort. Es ist sehr schwierig, dort zu leben, und die Menschen überleben hauptsächlich dank ihrer eigenen Hauswirtschaften und dem Verkauf von überschüssigen Kartoffeln, Gemüse und Milch auf den Märkten.