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1.ukrainischer Journalist sieht auch die Rolle der ukrainischen Regierung kritisch. 2. Der US-amerikanische Regisseur Oliver Stone und Produzent des Doku-Films „Ukraine on Fire“ („Ukraine im Feuer“) will, dass sein Land alle existierenden Dokumente bezüglich der Ukraine freigibt.3. Ehemalige Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko positioniert sich für den Frieden im Donbass

1. Kiew wirft den Volksmilizen vor, den Konflikt eskalieren zu lassen. Eine ähnliche Meinung vertritt auch Webb, aber ihm zufolge geht auch die ukrainische Seite immer weniger auf Kompromisse ein. In Kiew herrsche Unsicherheit über die Politik, die die neue US-Administration in Bezug auf den Donbass-Konflikt führen werde, schreibt Webb.
Der Journalist erinnert in diesem Zusammenhang auch an die Kämpfe bei Awdijiwka (Awdejewka), wo „die ukrainischen Streitkräfte ihre Verteidigung gestärkt und schwere Waffen aufgestellt haben, einschließlich Kampfpanzer, die gemäß dem Abkommen Minsk II von der Frontlinie abgezogen werden sollten“.

Diese Offensive Kiews trage, so Webb, bedeutend zur Eskalation bei. Außerdem hätten die ukrainischen Streitkräfte zuvor schon Übergriffe auf die sogenannte graue Zone verübt, d.h. auf Territorien nahe der Frontlinie. Aus dem FP-Beitrag geht außerdem hervor, dass weder die ukrainische Öffentlichkeit noch die politische Elite zu Kompromissen bezüglich des Konflikts im Südosten des Landes bereit seien.
„Obwohl Umfragen zeigen, dass der Militärkonflikt im Donbass das wichtigste Thema für die Ukrainer ist, betrachten nur 9,2 Prozent der Bewohner die Minsker Abkommen positiv, und es gibt nur wenig öffentliche Lust auf irgendwelche Verhandlungen oder Kompromisse“, so Webb.

2. Oliver Stone zum Donbass- Konflikt: Der US-amerikanische Regisseur Oliver Stone und Produzent des Doku-Films „Ukraine on Fire“ („Ukraine im Feuer“) will, dass sein Land alle existierenden Dokumente bezüglich der Ukraine freigibt. Dies sagte er im Interview gegenüber dem russischen TV-Sender Perwyj Kanal. „Wenn ich Präsident Trump wäre, würde ich alle Informationen über die Ukraine und Syrien freigegeben. Vor allem aber über die Ukraine, denn gerade da beginnt ein neuer Kalter Krieg. Wir sind jetzt in einer sehr gefährlichen Situation", so Stone.

Der dreifache Oscar-Preisträger kritisiert, dass sein Land nicht müde wird „Märchen zu erzählen“, dass Russland „die Krim angegriffen habe“ sowie „im Donbass vor Ort sei“ und „überhaupt der Ukraine drohe“.  Laut Stone wissen die Menschen in den USA nichts über die reale Lage. Das alles sei „ekelhaft und kein Zufall“, meint Stone. „Trump hat (die US-Präsidentschaftswahl – Anm. d. Red.) gewonnen, und die Regierung in Kiew will, dass er ihr weiterhilft. Daraus folgte die Eskalation des Konflikts im Donbass, die man wieder den Russen vorwirft“, sagte Stone. „In der offiziellen US-Presse wird es so beschrieben, als ob die Russen den Krieg in der Ukraine entfesseln.“ Seiner Meinung nach steht hinter dem Konflikt in der Ukraine die CIA. Dieses Land sei seit Beginn des Kalten Krieges an ihr Ziel gewesen.

Oliver Stone ist ein US-amerikanischer Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Er ist vor allem durch politische Filme bekannt. Im vorigen Jahr hatte Stone ein Filmdrama „Snowden“ über den ehemaligen CIA-Mitarbeiter und Whistleblower Edward Snowden in die Kinos gebracht, zuvor drehte er die Doku „Ukraine on Fire“  über die Maidan-Ereignisse von 2014, die beim Kinofestival  im italienischen Taormina zum besten Dokumentarfilm gekürt  wurde.

3. ehemalige Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko positioniert sich für den Frieden

Die Eskalation der Lage nahe Awdejewka im Donbass hat die Müdigkeit wegen der Untätigkeit der Politiker bei der Lösung des Konflikts in der Ostukraine gezeigt, wie die Abgeordnete des ukrainischen Parlaments und ehemalige Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko in einem Interview mit dem Sender „112 Ukraine“ sagte.„Wir haben gesehen, dass die Versprechen über eine starke Armee und darüber, was ihr alles fehlt, nicht wahr sind (…) Diese Situation hat gezeigt, dass bei uns bislang nur Menschen zum Kampf bereit sind. Und leider hat dieser Krieg seit drei Jahren ermüdet. Ermüdet haben die Untätigkeit der Politiker, ihre schwache Diplomatie und schwache Unbestimmtheit – entweder erreichen wir den Sieg durch Krieg oder wir setzen uns an den Verhandlungstisch und beenden den Krieg durch Frieden“, sagte sie.Sawtschenko hatte sich am 7. Dezember 2016 in Minsk mit den Chefs der  Republiken Donezk und Lugansk getroffen, um das Minsker Format „stärker und effektiver zu machen“. In Kiew wurde ihre Initiative jedoch negativ aufgenommen. Viele Politiker und Medien forderten, Sawtschenko, die zuvor als Heldin und „Hoffnung der Ukraine“ gepriesen wurde, vor Gericht zu stellen.

In den vergangenen Tagen sind die Kämpfe in der Ost-Ukraine wieder aufgeflammt. Es soll Dutzende Tote gegeben haben. Beide Seiten – die Regierungsarmee und die Volksmilizen – werfen sich gegenseitig vor, im Raum Awdejewka eine Offensive versucht zu haben. Diese Ortschaft mit rund 30.000 Einwohnern liegt knapp 20 Kilometer nördlich von Donezk.

Die Eskalation fiel mit dem Besuch des  ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko in Deutschland zusammen, wo er für neue Sanktionen gegen Russland geworben hat. Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) ist sich die Bundesregierung im Klaren, dass hinter der neuen Verschärfung der Donbass-Krise möglicherweise ein Kalkül Poroschenkos stecken könnte.