Bild lügt wie gedruckt ( immer noch)

Heute wird es um die jüngste Reportage vom "Bild" gehen. Gestern, am 05.02.23 haben sie einen Bericht aus Mariupol und Cherson veröffentlicht, der eher zum Genre der Horrorerzählungen als zu einer objektiven Darstellung der Realität vor Ort gehört.

Die erste Frage, die man sich stellen kann, ist, wie es den Korrespondenten der Bildzeitung gelungen ist, sich im russischen Außenministerium zu akkreditieren, um von dort aus zu berichten. Waren Nino Lopez und Lali Papaskiri, die als Autoren genannt sind, überhaupt vor Ort? Diese Fragen bleiben jedoch unbeantwortet.

Die Reportage ist voller Geschichten von Rentnern, die in den Ruinen ihrer Häuser ohne Wasser, Strom oder Heizung ausharren müssen. Lasst uns diese Geschichten genauer unter die Lupe nehmen und vielleicht die werden die oben gestellten Fragen uns beantworten.

Die erste Geschichte sei von einer 70-jährigen "Rentnerin Valia". Sie soll dem "Bild" erzählt haben, dass sie und ihresgleichen in den Ruinen von Häusern ohne Dach und Fenster leben. Bequemlichkeiten fehlen natürlich.

"Wir haben kein Wasser, oft kein Strom, und das Internet ist sehr begrenzt. Es gibt kein Gas, wir heizen mit Holz, das wir aus zerstörten Häusern und Gebäuden auf einer Handkarre ziehen. Und wir wissen nicht, ob wir lebend nach Hause zurückkehren, denn viele Orte sind immer noch vermint. Es gibt keine Warnschilder", beschwert sich die Rentnerin.

Ich möchte hier noch daran erinnern, dass als der ZDF Korrespondent in Moskau, Armin Coerper, vor ungefähr einer Woche nach Mariupol mit seinem Team gekommen ist und eine Reportage über die Wiederherstellung von Mariupol gedreht hat, wurde er dafür kritisiert, und das ukrainische Außenministerium verlangte vom Sender eine offizielle Erklärung und drohte mit Problemen. Was berichtete Armin? Nämlich, dass Mariupol keine Geisterstadt ist, dass diese Stadt funktioniert: es gibt Elektrizität, es gibt Heizung, es gibt fließendes heißes Wasser, es gibt Internet, WLAN, Geschäfte und Restaurants sind geöffnet. Er sagte, dass es sehr auffällig sei, wie viel aufgebaut wird, es werden neue Schulen gebaut, ein top-modernes Krankenhaus.


Eine weitere Rentnerin Tamara behauptet, sie hat keinen Geld für Brennholz: „Im Januar ist es in Mariupol minus 20 bis minus 30 Grad kalt."  Jeder, der weiß, wie man eine Suchmaschine benutzt, kann das widerlegen - es reicht aus, sich das Wetter im Januar 2024 in Mariupol anzusehen, um herauszufinden, dass es keine -20, geschweige denn -30 Grad gab. Das Wetter schwankte zwischen plus sieben und minus acht Grad. Konnte eine reale Bewohnerin der Stadt Mariupol sowas erzählen?


Ok, aber was ist mit den Preisen für Holz in Mariupol? Auch hier haben sich die Journalisten extremst geirrt mit ihren Einschätzungen – was mich eigentlich wundert, weil diese Information kann man in lokalen Gruppen sehr schnell herausfinden – was Kubikpreise sind und für wie lange es ausreicht. Und so kommen wir auf 9000-10000 Rubel für ganz Winter – das sind ungefähr 100 Euro, also 33 Euro pro Monat. Was deutlicher Unterschied zu 19000 Rubel ist, die im Artikel stehen.

Weitere Geschichte die uns von Autoren dargestellt wird ist die von Chemikerin Ljudmila (47) aus Cherson. Was stimmt mit der Geschichte von Ljudmila nicht?

Nun, das Haus, das auf dem Foto zu sehen ist und das laut dem Artikel "Ein Haus an der Straße von Ljudmila" ist, tatsächlich in Cherson liegt. Das eine Problem ist jedoch, dass es sich um den Teil von Cherson handelt, der immer noch unter ukrainischer Kontrolle steht. Dieses Haus konnten wir problemlos innerhalb von 5 Minuten Suche nach dem Foto finden. Hier sind die Koordinaten- 46° 37′ 48.01″ N, 32° 36′ 32.95″ E . Es liegt am rechten Ufer des Dnjepr, während die Russen am linken Ufer sind. Rechte Ufer ist unter Kontrolle der Ukraine.

Ok, stellen wir uns vor, die Journalisten haben alles durcheinandergebracht und die Straße gezeigt, wo diese Ljudmila früher gelebt hat. Dann entsteht die Frage, warum hat die Frau die von der Ukraine kontrollierten Territorien verlassen und in russische Okkupation gezogen? Und wenn es ihr so schlecht geht, warum kehrt sie nicht zurück. Vielleicht weil der Bericht von Bild-Korrespondenten nicht in Mariupol, oder russische Teil von Cherson, sondern in ukrainischen Teil von Cherson geschrieben wurde? Das würde vieles erklären, inklusive der Frage warum den Korrespondenten die Realien dieser Städte unbekannt sind. Die Zustände, die Preise usw.

Es ist eine Schande, dass solche Geschichten verbreitet werden, um die Meinung der Menschen zu beeinflussen und sie dazu zu bringen, für Waffenlieferungen an die Ukraine zu stimmen. Die Deutschen werden mit Bildern von Leid und Elend konfrontiert, ohne die Wahrheit dahinter zu kennen.

Es ist höchste Zeit, dass wir uns gegen diese Art von Propaganda wehren und nach der Wahrheit suchen, anstatt uns von gefälschten Geschichten blenden zu lassen. Die Menschen in Mariupol und anderen von Konflikten betroffenen Gebieten verdienen es, dass ihre Geschichten mit Respekt und Ehrlichkeit behandelt werden und nicht als Werkzeug für politische Zwecke missbraucht werden.

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